- Fanceni und Carmen in der Alplibahn
Wir steigen mutig in die Älpli-Bahn. Zwei Gondeln für je vier Personen pendeln zwischen dem Weindorf Malans und einer Beiz auf 1800 Metern. Das ist perfekt für unsere kleine Truppe. Immerhin grasen malerisch ein paar Kühe auf den saftigen Weiden. Denn oben wabert dichter Nebel, als läge die Alp in einem Sack voller Watte. Kein Problem, die Stimmung ist ausgelassen, nur die Kälte macht unseren Gästen zu schaffen. Fatima schichtet Goretex über Faserpelz und schlottert trotzdem weiter. Schon ein Unterschied zu den 45 Grad, die derzeit im Niger herrschen.
Wir marschieren los, bald geraten wir in den Schnee. Ein „First“ für Fanceni, die sich die pflotschigen Brocken auf den Kopf träufeln lässt. Auch unsere indischen Freunde tollen wie Kinder im Weiss umher, wollen sich als „Meister des Schnees“ fotografieren lassen. Wir schlittern und frieren, der Nebel wird immer dichter. Das tut der Freude keine Abbruch, im Gegenteil, die Karawane stapft munter durch den Matsch. Trotzdem kehren wir nach einer halben Stunde um. Die Schuhe sind durchnässt, sie sind für ein anderes Klima gedacht als dieses hier.
Wir stärken uns mit Gerstensuppe und Härdöpfustock. Gut? Man nickt höflich in die Runde. Carmen wagt sich immerhin an den Älpli-Kafi mit Nidle. Sie bereut es nicht. Ja, das Essen. Nicht einfach mit Menschen aus vier Kontinenten. Die Nicaraguaner möchten die Schweizer Küche ausprobieren, Fatima aus Niger ist dezidiert dagegen und bleibt bei Fisch und Reis, die Inder suchen verzweifelt die Sauce auf ihren trockenen Pouletstücken. Der Pizzaiolo des Mamma Rosa in Landquart bringt am Abend die Erlösung: Er ist Tamile aus Sri Lanka und zaubert Chapati und Chicken Curry auf den Tisch. Ashok und Ramoo strahlen. Eine kulturelle Klippe müssen sie noch umschiffen. Jorge bietet Pizza an, schon will Ashok ein Stück in den Mund schieben, als Fanceni aufschreit: „Pork“. Tatsächlich liegt auf dem Teig ein Stück Wurst. Ashok ist Muslim, also ist Schweinefleisch tabu. Er nimmt’s mit Humor: Ein „Close encounter“ mit italienischer Salami.










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