Bohnen so schön, man möchte Schmuck draus machen

2. Februar 2008. Vor der blauen Kirche in la Esperanza stehen Marktstände dicht gedrängt. Der Duft von gebratenen Meerschweinchen kitzelt uns in der Nase. Farbenfroh ist der Markt „Feria semillas de identidad“, voller Leben, aber nicht nur wegen der vielen Menschen, sondern auch wegen der Produkten auf den Tischen. Ursprüngliches Saatgut, verschiedenste Sorten liegen säuberlich angeschrieben bereit. Die Leute tauschen ihre biologischen Samen, und damit tauschen sie auch Leben, Wissen, Können – damit es weitergehen kann mit der biologischen Landwirtschaft.
Zum ersten Mal findet der Markt in dieser Grösse statt und gross ist auch der Traum von Juan Revelo, Bauer aus Pimampiro. 45 verschieden Bohnensorten hat er bereits: Fréjol Amarillo, Fréjol Matambre, Cholo, Pintado. Die Bohnen sind so schön, dass man mit ihnen Schmuck machen möchte. Neben den Bohnen hat Juan Revelo auf seiner 20 Hektar grossen Finca noch viele andere Sorten. 450 verschiedene insgesamt. 3500 will er haben, das ist sein grosser Traum. Ob er, ledig, 26 Jahre, daran glaubt, eine Zukunft als Bio-Bauer zu haben? „Mein Land ist mein Leben“, sagt er, der übersprudelt vor Ideen. Er weiss, was er will.
Das wissen auch die Festredner. Kämpferisch rufen sie „Ja zur Natur, Nein zur Chemie!“. Und sind überzeugt, dass früher derjenige der männlichste Mann war, der Bäume gefällt hat. Heute ist es jener, der Bäume setzt. Die Zukunft hat begonnen in La Esperanza.

Susanne Hochuli

Saatgutmarkt in La Esperanza 

Saatgutmarkt in la Esperanza

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1 Antwort zu „Bohnen so schön, man möchte Schmuck draus machen“


  1. 1 Hansjörg Wittwer Februar 6, 2008 um 4:44

    „Mein Land ist mein Leben“
    Dieser Satz macht Mut für die Zukunft, denn sein gesundes oder krankes Land beeinflusst indirekt auch unser Leben. Sehr gerne habe ich die spannenden Texte von Susanne gelesen. Ich freue mich auf zusätzliche Original-Reiseberichte direkt von Susanne.


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