1. Februar 2008. Rosen schenken macht Freude, aber nicht allen. Am Eingang zur Blumenfarm „Ecuarosecanada“ steht eine Arbeiterin mit Mundschutz, Gummihandschuhen und -schürze. Die Luft brennt in den Augen und im Hals. An der Toilettentür hängt ein Memorandum: am 2., 3., und 4. Februar müssen alle arbeiten und zwar ab sechs Uhr morgens. Kein Wunder, am 14 Februar ist Valentinstag – an diesem und am Muttertag entscheidet sich das Geschäft. Die Reise der Blume vom Schnitt bis zum Kunden dauert zwei bis acht Tage. Ecuarosecanada liefert nach Nordamerika, Europa und Russland. Es riecht nicht nach Rosen in den Treibhäusern, sondern nach Pestiziden. Diese und der enorme Wasserverbrauch sind die beiden Hauptprobleme der Blumenfarmen. Patricio Mormol, Besitzer von „Ecuarosecanada“, der jährlich 1,2 Millionen Rosen auf seinem 3,7 Hekar-Betrieb produziert, weiss das. In einem Treibhaus versucht er, Rosen ökologischer anzubauen – auch weil der Markt danach verlangt.Das Regenwasser lässt er von den Treibhausdächern in ein grosses Reservoir fliessen. Weil er ein Einheimischer ist, weiss er um die Kostbarkeit des Wassers in dieser trockenen Gegend. Deshalb hat er sich mit Kollegen für den Schutz der Lagunas im Paramo eingesetzt: Damit das Wasser allen zugänglich bleibt, nicht nur den Blumenfarmen. Bestimmt gibt es in unseren Augen einiges zu bemängeln bei Mormols Rosenhazienda. Doch er hat uns Zutritt gewährt, lässt uns Fragen stellen und gibt Antwort. Die meisten Blumenfarmen verweigern die Diskussion.
Susanne Hochuli





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