30. Januar 2008. Senor Lenin Montenegro ist Rechtsanwalt und Vizedirektor des Landwirtschaftszentrum in Riobamba. Seine 60 Hektaren grosse Hazienda liegt im Kanton Pillaro. Viele aus der Oberschicht haben ein landwirtschaftliches Gut, das sie verwalten lassen. Montenegros Verwalter Secundo Flores ist die rechte Hand, die gute Seele auf dem Hof. Neben anderen Angestellten ist er zusammen mit Lenin Montenegros Vater, einem Grossbauern vom alten Schlag, zuständig für das Wohl der 180 Tiere. Die 80 Milchkühe, alles Brown Swiss, geben pro Tag 700 Liter Milch. Prolac kauft die auf für 32 Cents pro Liter. Die Kühe sind der Stolz von Roberto und Lenin Montenegro. Und auch Secundo Flores erzählt mit glänzenden Augen von den Ausstellungen, auf denen die Kühe die besten Preise holen: die gute Stube der Hazienda ist vollgestopft damit.
Damit es so bleibt, bekommen die Kühe internationale Stiere zugespielt: Sogar der Samen ist globalisiert. Hier am Fusse des Chimborazo werden die Kühe mit Samen aus Amerika und der Schweiz beglückt. Und, moderner geht es nicht mehr: Der Samen aus Amerika ist gesext, das heisst, Montenegros Kühe werden nur Kuhkälber bekommen. Eine Portion dieses Samens kostet 100 Dollar, ein Vermögen in Ecuador. Die Bauern und Bäuerinnen aus der Schweiz sind überrascht: So fortschrittlich sind oder wollen sie gar nicht sein. Auch diese Art Landwirtschaft gehört zu Ecuador. Swissaid braucht es dafür aber nicht.
Susanne Hochuli
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