6. Februar 2008. Auf dem Grossmarkt in Quito ist der Kartoffelsektor besonders gross. Die Knolle ist das wichtigste Grundnahrungsmittel im Hochland. 15 Kartoffelsorten werden umgeschlagen, die Sorte Super-Chola löst hier den besten Preis: 9 Dollar für einen 45-Kilo-Sack. Bis die Kartoffel aber aus dem Boden der Produzenten auf dem Teller der Konsumentinnen und Konsumenten landet, geht sie durch viel zu viele Hände. Vier bis fünf Zwischenhändler verdienen noch daran. Da ist es kein Wunder, dass im Laden ein Kilogramm Kartoffeln 40 Cents kostet, der Bauer für den 45-Kilo-Sack aber nur zwei bis drei Dollar erhält.
Gemüse und Früchte in vielen Farben und Formen werden auf dem Grossmarkt genauso angeboten wie Eier und Fleisch. Laden- oder Marktstandbesitzer füllen hier ihre Pick-ups, um die Ware in den Quartieren von Quito weiterzuverkaufen.
Das Problem des Zwischenhandels hat auch Walter Poveda erkannt. Er ist seit dem 21. Januar 08 neuer Landwirtschaftsminister unter der Regierung Rafael Correras. Er empfängt die Schweizer Bäuerinnen und Bauer sowie die SWISSAID-Delegation zu einem Gespräch im Landwirtschaftsministerium. Korruption, mangelnde Ausbildung in der Landwirtschaft, die Wichtigkeit der Zurückführung vieler Aufgaben in die Ministerien sind ihm bekannt. Er fordert die Bevölkerung Ecuadors auf, die einheimische Produktion zu unterstützen – mit Kaufen. Von der Regierung erwartet er mehr Unterstützung der Frauen: „Frauen investieren in die eigene Familie, die eigenen Kinder, das eigene Haus. Männer investieren mehr in fremde Frauen und Häuser.“
Susanne Hochuli
Bilder: Daniel Ammann






















